
Ludwig
Windthorst
Ludwig Windthorst war der wichtigste innenpolitische Gegenspieler des Reichskanzlers Otto von Bismarck. Über alle Parteigrenzen hinweg galt er als der bedeutendste Parlamentarier seiner Zeit.
Er verteidigte die Wahrung der Menschen- und Minderheitenrechte gegen die preußische Machtpolitik, insbesondere die Religionsfreiheit der Katholiken während des sogenannten Kulturkampfes. Zugleich behauptete er sich als Repräsentant der Zentrumspartei und setzte sich für die Eigenständigkeit der Politik und gegen kirchliche Bevormundung ein.
Golo Mann nannte ihn „den genialsten Parlamentarier, den Deutschland je besaß“. Und Jonathan Steinberg schreibt in seiner Bismarck-Biografie: „Die Beharrlichkeit, Integrität und Courage, mit denen Windthorst gegen Bismarcks Autoritarismus und Rechtsverletzungen kämpfte, häufig entgegen den reaktionären Instinkten seiner eigenen Parlamentsfraktion, würden es verdienen, dass er in der heutigen Bundesrepublik Deutschland bekannter wäre und in höheren Ehren gehalten würde, als es der Fall ist.“
Windthorst hatte einen klaren Kompass, geprägt durch seine katholische Herkunft. Für ihn war der Einsatz für Minderheiten ständiger Antrieb – auch, weil er selbst er als Katholik selbst einer Minderheit angehörte. Gleichzeitig war für Ludwig Windthorst aber stets klar, dass er seine eigenen Interessen nur dann erfolgreich vertreten kann, wenn sie in einen Gesamtkontext eingebunden sind.
Die Themen und die Arbeit der Stiftung werden stets im Geiste Ludwig Windthorsts bearbeitet. Das bedeutet:
- soziales und politisches Engagement im christlichen Sinne
- selbstbewusstes Eintreten für demokratische Werte und Minderheitenrechte
- besondere Beziehung zur eigenen Region, insbesondere zum Raum Emsland/Grafschaft Bentheim/Osnabrück
